Birgit Knoechl

WAECHST NOCH

In meiner Arbeit beschäftige ich mich mit meinem privaten Bilduniversum, diese erzählt von meiner subjektiven Welt.

Wesentlich scheint mir der eigene Strich, durch diesen versichere ich mich meiner Umwelt.

Einen Strich ziehen, ein Zeichen setzen – da geht es um mehr als eine Basis in der Kunst, es geht vielmehr um ein Minimum an Sinn, eine Setzung. Kurz um ein Sich-Versichern der Welt. Damit ist im Kleinsten eine Öffnung zur Welt angelegt und so wird im privaten Universum eine übergreifende Ordnung spürbar. Zudem geht der flüchtige Akt des Zeichnens oft unmittelbar über  in die Bewegung des Ablegens und Weiterschreitens der Reflexion des Erlebten. Ein Sammeln an alltäglichen Ereignissen aus Vergangenem und Zukünftigem.

Ich möchte mich auf Lyotard beziehen, welcher meint:

„Ich denke, dass die Linie etwas absolut Radikales und ontologisches hat. Eine Linie zu ziehen auf einer Oberfläche, welcher auch immer, heißt jenes Minimum an Sinn herstellen.“(Jean-Francois Lyotard)

Die Linie ist Basis für die zweidimensionale Tuschezeichnung. Erst durch das Ausschneiden  (Cut-Outs) setzt sich die Zeichnung jedoch in den Raum diese Wucherungen selbst können verschiedene Formen annehmen, ähneln nur vordergründig tatsächlichen Pflanzen, existieren jedoch in Realität nicht. Es bilden sich Verästelung und Ausbreitung nach allen Richtungen an der Oberfläche des Raums bis zur Verdichtung in Knollen und Knötchen. In den entstehenden Überlagerungen und Vernetzungen gehe ich von einem Rhizom aus.

„Ein Rhizom kann an jeder beliebigen Stelle gebrochen und zerstört werden; es wuchert entlang seinen eigenen oder anderen Linien weiter.“(Deleuze/Guattari)

KNOECHL BIRGIT

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LEBENSLAUF

1974 in Wien geboren

1999 - 2004 Studium fuer malerei und grafik an der Akademie der bildenden kuenste wien; ms schmalix

2002 - 2003 stipendiumaufenthalt an der Glasgow school of art; scotland

seit 2004 piet zwart institute; institute for postgraduate studies and research, willem dekooning academy hogeschool rotterdam; nl

2004 fohnstipendium

2004 sussmann-preis

gruppenausstellungen (auswahl)

2004

waechst noch iii; zeichnung; galerie layr:wuestenhagenzeitgenoessische kunst; wien
waechst noch iv; Diplomausstellung; an der akademie der bildenden kuenste wien

2003

we got crazy in our car; vic-gallery; glasgow
left behind; britannia panopticon music hall; glasgow
aquarell; mehlerhaus tux; tirol
cabin exchange; providing temporary spaces for artists; glasgow

2002

surprise; galerie art.atom; wien
radikale demokratie; tanzquartier; wien